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Reparativtherapie = angebliche Homo-Heilung

Zwar wurde hierzulande die Ehe für alle eingeführt. Doch in der Gesellschaft herrscht immer noch die Vorstellung, dass Homo- oder Bisexualität nicht "normal" sind. Wer heterosexuell ist, entspricht der "Norm". Wer homo- oder bisexuell ist, entspricht nicht der "Norm" - und muss "geheilt" werden. Was aus dieser Einstellung hervorgegangen ist, nennt sich Reparativtherapie - eine psychotherapeutische Methode, homosexuelle Neigungen in heterosexuelle umzuwandeln.

In der Reparativtherapie wird versucht, Homosexuelle "umzukehren."

Meist bieten zwielichtige Organisationen Kurse an, bei denen die "homosexuellen Gedanken" vernichtet werden sollen. Solche Organisationen sehen Homosexualität als Krankheit an, homosexuelle Bedürfnisse als "Fehlverhalten", welches "korrigiert" und "geheilt" werden müsse. Die "Patienten" werden gezwungen, ihre vermeidlich fehlgeleitete sexuelle Orientierung als "Fehler" einzugestehen.

Teilnehmer dieser "Umkehrkurse" berichteten auch von kalten Duschen, Nackttänzen, Gebeten und Trommelschlägen. Auch ein Wochenende in der Wildnis soll "helfen", die sexuelle Orientierung umzukehren. Zudem sollen Therapiesitzungen zu einer "Umorientierung" beitragen. Homosexuelle Patienten werden dazu ermutigt, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu unterdrücken.

Vor allem radikal christliche Vereine bieten solche Reparativtherapien an, wie z.B. der Verein Gesellschaft für Lebensorientierung, der - wie das ARD-Magazin "Fakt" herausfand - auch einige CDU-Mitglieder angehören.

Im Grunde sind diese "Umerziehungstherapien" für die Vereine schnell und leicht verdientes Geld. In den USA zahlen Homosexuelle für die Reparativtherapie schon mal 600 Dollar (ca. 490 Euro) - für ein einziges Wochenende (Erfahrungsbericht siehe HIER). In Deutschland kann es sogar passieren, dass Krankenkassen für die "Homo-Heilung" bezahlen. Zwar sehen die Krankenkassen Homosexualität nicht als Erkrankung an. Allerdings zahlen viele Kassen für psychotherapeutische Sitzungen, da das Therapieziel nicht in der Abrechnung vermerkt ist - weder bei Kindern noch bei Jugendlichen oder Erwachsenen.

700.000 Menschen in den USA haben im Laufe ihres Lebens eine solche Therapie gemacht.

Das zeigen Schätzungen des Williams Institute. Die Hälfte von ihnen war dabei unter 18 Jahre alt. Die sogenannte 'Reparativtherapie' zielt darauf ab, die sexuelle Orientierung oder auch die Geschlechtsidentität von LGBT-Personen zu ändern. Menschen, die solche Therapien anbieten, denken immer noch, dass Homosexualität eine Störung ist, die behandelt werden muss. Doch neben Therapeuten würden auch religiöse Seelsorger solche Therapien anbieten. Die Kirche ist sicher ein großes Problem. Für manche Christen ist es eine Sünde, schwul oder lesbisch zu sein. 57.000 Jugendliche, die im Moment zwischen 13 und 17 Jahren alt sind, werden eine solche religiöse Therapie machen. Das schätzt das Williams Institute. In vielen US-Staaten sind mittlerweile Gesetze in Kraft getreten, die Reparativtherapien gegen Bezahlung verbieten. Religiöse Behandlungen sind allerdings oft kostenlos und damit nicht verboten. Durch die Gesetze konnten dennoch 6.000 Jugendliche einer Therapie entgehen, zeigt die Studie weiter.

Einige Gesundheitsorganisationen in den USA machen darauf aufmerksam, wie gefährlich eine Reparativtherapie sein kann. Sie sei schädlich für den Körper und darüber hinaus auch nicht effektiv, sagt zum Beispiel die American Medical Association. 

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