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HIV - Aids

HIV bezeichnet die Viren, die sich bei einer Infektion im Körper ausbreiten: Humane Immundefizienz-Viren. Die Abkürzung AIDS („Acquired Immune Deficiency Syndrome“) bezieht sich hingegen auf das Endstadium der Krankheit, das langfristig durch HI-Viren ausgelöst werden kann. Die HI-Viren schwächen das Immunsystem, bis es sich nicht mehr gegen Krankheitserreger zur Wehr setzen kann. Diese befinden sich teilweise seit Jahren im Körper, ohne Probleme zu verursachen. Erst wenn das Immunsystem am Boden ist, werden sie aktiv und lösen sogenannte opportunistische Infektionen aus. Opportunistisch deshalb, weil die Erreger „die günstige Gelegenheit“ nutzen, um sich zu vermehren – nämlich die Schwäche des Immunsystems. Typisch sind Lungenentzündungen, Tuberkulose, Entzündungen in der Speiseröhre oder Abszesse. Diese Erkrankungen können lebensbedrohlich sein.

Eine Therapie mit antiretroviralen Medikamenten verzögert den Ausbruch von AIDS um viele Jahre und verhindert ihn oft auch ganz.

Welche Bevölkerungsgruppen am häufigsten betroffen sind, ist von Land zu Land unterschiedlich. In Deutschland gibt es die meisten Infektionen bei homosexuellen Männern, in Südafrika dagegen bei heterosexuellen Frauen. Die Art des Geschlechtsverkehrs spielt also nur eine untergeordnete Rolle: Zwar ist das Risiko der Ansteckung bei Analverkehr etwas größer als bei Vaginalverkehr – es reicht aber nicht aus, um die deutlichen Unterschiede hierzulande zu erklären.


Entscheidend ist laut der Deutschen Aidshilfe die Zahl der Partner und vor allem wie häufig diese gewechselt werden. In den ersten Wochen nach einer Infektion ist die Viruslast im Blut besonders hoch – das heißt, man ist auch besonders ansteckend. Viele Menschen wissen währenddessen aber noch nicht von ihrer Erkrankung. Wer in dieser Zeit dann mit mehreren Partnern Verkehr hat, möglicherweise sogar ohne Kondom, kann potenziell leicht andere anstecken.

Bei einem HIV-Test wird in der Regel im Blut nach Antikörpern für HI-Viren gesucht. Antikörper sind spezifische Schutzstoffe, die sich im Blut bilden, nachdem ein Erreger eingedrungen ist. Sie sind bei HIV etwa 22 Tage nach einer Infektion nachweisbar.

Es gibt auch Tests, die nach bestimmten Proteinen (Antigene) oder Bestandteilen des Virus selbst suchen. Diese zeigen sich schneller im Blut als die Antikörper. Um eine Ansteckung mit Sicherheit ausschließen zu können, muss man jedoch länger warten und am besten auch mehrere Testverfahren anwenden. Beim Antikörpertest etwa ist ein negatives Ergebnis erst 12 Wochen nach einer vermuteten Ansteckung wirklich sicher. Tests, die neben Antikörpern auch Antigene suchen, brauchen nur sechs Wochen für eine zuverlässige Aussage.

Bei Gesundheitsämtern, Aidshilfen und in sogenannten Checkpoints kann man sich anonym auf HIV testen lassen. Eine Übersicht der Teststellen gibt die Deutsche Aidshilfe. Anonym heißt, das Ergebnis landet in keiner Krankenakte. Die Durchführung des Tests ist oft kostenlos, manchmal fallen geringe Gebühren an. Auch der Hausarzt kann einen HIV-Test durchführen. Hier übernimmt die Krankenkasse die Kosten aber nur, wenn eine Indikation besteht – es also einen triftigen Grund gibt, den Test durchzuführen. Das Ergebnis kommt in die Patientenakte.

HIV-Selbsttest

Viele Menschen trauen sich nicht, den Test beim Arzt machen zu lassen, obwohl sie zu einer Risikogruppe gehören. Der HIV-Selbsttest, den es seit Herbst 2018 gibt, könnte hier helfen. In einem Tropfen Blut sucht der Test nach Antikörpern, die der Körper als Reaktion auf eine HIV-Infektion bildet. Innerhalb einer Viertelstunde zeigt er ein Ergebnis an – das ist aber wieder nur verlässlich, wenn seit der möglichen Ansteckung 12 Wochen vergangen sind.

Die Selbsttests gibt es in Apotheken, Drogeriemärkten, über lokale AIDS-Hilfen, die Deutsche AIDS-Hilfe und lassen sich sogar online bestellen. Das Paul-Ehrlich-Institut empfiehlt nur Tests mit CE-Kennzeichen zu nutzen, andere seien nicht sicher. Als zertifizierte Tests gelten:

Atomo HIV Self Test(Hersteller: atomo diagnostics)
Autotest VIH (AAZ-LMB)
Biosure HIV Self Test (Biosure)
Exacto Pro HIV (Biosynex)
INSTI HIV Self-Test (bioLytical)


Einen Nachteil hat der HIV-Selbsttest: Es kann vorkommen, dass er eine Infektion anzeigt, obwohl sich die betreffende Person nicht mit HIV infiziert hat. Man spricht dann von einem Falsch-Positiven Ergebnis. Das betrifft etwa 1 bis 2 Getestete von 1000. Der Test kann zum Beispiel beeinflusst werden, wenn sich viele Antikörper im Blut der getesteten Person befinden – das ist zum Beispiel bei Rheumapatienten der Fall oder nach Grippeimpfungen. Wer beim HIV-Selbsttest ein positives Ergebnis erhält, sollte deshalb in jedem Fall einen Arzt aufsuchen und sein Blut im Labor erneut untersuchen lassen.

Vor HIV schützen klassischerweise Kondome, mittlerweile aber auch Medikamente. Seit der Entdeckung der Krankheit hat sich viel getan – sie ist heute längst kein Todesurteil mehr.

Reparativtherapie = angebliche Homo-Heilung

Zwar wurde hierzulande die Ehe für alle eingeführt. Doch in der Gesellschaft herrscht immer noch die Vorstellung, dass Homo- oder Bisexualität nicht "normal" sind. Wer heterosexuell ist, entspricht der "Norm". Wer homo- oder bisexuell ist, entspricht nicht der "Norm" - und muss "geheilt" werden. Was aus dieser Einstellung hervorgegangen ist, nennt sich Reparativtherapie - eine psychotherapeutische Methode, homosexuelle Neigungen in heterosexuelle umzuwandeln.

In der Reparativtherapie wird versucht, Homosexuelle "umzukehren."

Meist bieten zwielichtige Organisationen Kurse an, bei denen die "homosexuellen Gedanken" vernichtet werden sollen. Solche Organisationen sehen Homosexualität als Krankheit an, homosexuelle Bedürfnisse als "Fehlverhalten", welches "korrigiert" und "geheilt" werden müsse. Die "Patienten" werden gezwungen, ihre vermeidlich fehlgeleitete sexuelle Orientierung als "Fehler" einzugestehen.

Teilnehmer dieser "Umkehrkurse" berichteten auch von kalten Duschen, Nackttänzen, Gebeten und Trommelschlägen. Auch ein Wochenende in der Wildnis soll "helfen", die sexuelle Orientierung umzukehren. Zudem sollen Therapiesitzungen zu einer "Umorientierung" beitragen. Homosexuelle Patienten werden dazu ermutigt, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu unterdrücken.

Vor allem radikal christliche Vereine bieten solche Reparativtherapien an, wie z.B. der Verein Gesellschaft für Lebensorientierung, der - wie das ARD-Magazin "Fakt" herausfand - auch einige CDU-Mitglieder angehören.

Im Grunde sind diese "Umerziehungstherapien" für die Vereine schnell und leicht verdientes Geld. In den USA zahlen Homosexuelle für die Reparativtherapie schon mal 600 Dollar (ca. 490 Euro) - für ein einziges Wochenende (Erfahrungsbericht siehe HIER). In Deutschland kann es sogar passieren, dass Krankenkassen für die "Homo-Heilung" bezahlen. Zwar sehen die Krankenkassen Homosexualität nicht als Erkrankung an. Allerdings zahlen viele Kassen für psychotherapeutische Sitzungen, da das Therapieziel nicht in der Abrechnung vermerkt ist - weder bei Kindern noch bei Jugendlichen oder Erwachsenen.

700.000 Menschen in den USA haben im Laufe ihres Lebens eine solche Therapie gemacht.

Das zeigen Schätzungen des Williams Institute. Die Hälfte von ihnen war dabei unter 18 Jahre alt. Die sogenannte 'Reparativtherapie' zielt darauf ab, die sexuelle Orientierung oder auch die Geschlechtsidentität von LGBT-Personen zu ändern. Menschen, die solche Therapien anbieten, denken immer noch, dass Homosexualität eine Störung ist, die behandelt werden muss. Doch neben Therapeuten würden auch religiöse Seelsorger solche Therapien anbieten. Die Kirche ist sicher ein großes Problem. Für manche Christen ist es eine Sünde, schwul oder lesbisch zu sein. 57.000 Jugendliche, die im Moment zwischen 13 und 17 Jahren alt sind, werden eine solche religiöse Therapie machen. Das schätzt das Williams Institute. In vielen US-Staaten sind mittlerweile Gesetze in Kraft getreten, die Reparativtherapien gegen Bezahlung verbieten. Religiöse Behandlungen sind allerdings oft kostenlos und damit nicht verboten. Durch die Gesetze konnten dennoch 6.000 Jugendliche einer Therapie entgehen, zeigt die Studie weiter.

Einige Gesundheitsorganisationen in den USA machen darauf aufmerksam, wie gefährlich eine Reparativtherapie sein kann. Sie sei schädlich für den Körper und darüber hinaus auch nicht effektiv, sagt zum Beispiel die American Medical Association. 

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