fbpx
LGBT

LGBT (3)

News rund um die LGBT

Tausende Menschen versammelten sich auf den Straße und schwenkten Regenbogenflagge. 

Sie demonstrierten gegen einen Gesetzesvorschlag der Regierungspartei Fidesz, der unter dem Deckmantel des Kinderschutzes Minderjährigen den Zugang zu Inhalten verbieten würde, wenn dort „Änderungen des Geschlechts sowie Homosexualität vorkommen, popularisiert oder dargestellt werden“, wie es in dem Gesetzestext wörtlich heißt.

Auch die Vermittlung von Inhalten zur „Popularisierung“ von Homosexualität oder trans Identitäten in der Schule soll verboten werden. Bestimmten NGOs würde es verwehrt, Kurse zu sexueller Aufklärung oder Drogenprävention an Schulen zu halten.

Gesetzesänderungen sollen Pädophilie strenger bestrafen

Die beschlossenen Gesetzesänderungen werden zusammengefasst als: „Änderungen von einigen Gesetzen zum strengeren Vorgehen gegenüber pädophilen Kriminellen sowie im Interesse des Kinderschutzes“. Sie beinhalten auch strengere Strafbestimmungen für sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche.

Die Zusammenführung von Homosexualität und Repräsentation von trans Menschen mit dem Vorwurf der Pädophilie reiht sich ein in die Ideologie, mit der die Fidesz-Partei und ihr kleinerer Koalitionspartner KDNP (Christlich-demokratische Volkspartei) seit Jahren die Rechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten einschränken.

Vor gut einem Jahr beschloss die Fidesz-KDNP-Mehrheit im Parlament ein Gesetz, das es unmöglich macht, das Geschlecht, das bei der Geburt standesamtlich eingetragen wurde, in offiziellen Dokumenten und Zeugnissen an die Geschlechtsidentität anzupassen und zu ändern.

Seit Dezember 2020 wiederum ist es per Gesetz unmöglich für nicht-heterosexuelle sowie trans oder inter Menschen in Ungarn Kinder zu adoptieren. In der Verfassung ist nun festgeschrieben, dass „die Mutter eine Frau und der Vater ein Mann ist“. Seit 2018 ist es Universitäten untersagt, Abschlüsse im Fachbereich Geschlechterstudien zu vergeben.

Diese homo- und transfeindliche Ideologie wird in der Gesellschaft auch über Gesetze hinaus verbreitet. So wurde etwa ein Märchenbuch für Kinder, das sexuelle und ethnische Minderheiten repräsentiert, von der Fidesz-Partei als „homosexuelle Propaganda“ bezeichnet.

Fußballspieler und Fernsehsender kritisieren Regierung

Immer wieder sprechen sich mittlerweile Prominente gegen die ausgrenzende Ideologie der Regierung aus. So hat unter anderem auch der erste Torwart der ungarischen Fußball-Nationalmannschaft und RB-Leipzig-Spieler Péter Gulácsi die Kampagne „A család az család“ (Familie ist Familie) öffentlich unterstützt, die sich für die Anerkennung von Regenbogenfamilien einsetzt.

Auch aus der Privatwirtschaft kommen kritische Stimmen. Der Fernsehsender „RTL Klub“, der zur deutschen RTL Group gehört, kritisierte das neue Gesetz im Vorfeld als eines das „dem Medienmarkt erheblichen wirtschaftlichen Schaden zufügt und es allen Bürger*innen erschwert, bestimmte Inhalte zu erreichen“. Selbst Inhalte wie

„Bridget Jones“, die Serie „Friends“ oder Teile der "Harry-Potter"-Filme könnten nach dem neuen Gesetz nur zu später Uhrzeit als Ü-18-Inhalte gezeigt werden.

Die türkische Regierung verschärft ihren Kurs gegenüber der LGBTI Community erneut. So müssen Pride-Artikel, wie etwa Regenbogenfahnen, in Onlineshops mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden, dass sie nur für Erwachsene, also Personen ab 18 Jahren, erhältlich sind. Damit soll die psychische Gesundheit der Kinder geschützt werden, verlautet die türkische Regierung.

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Der Vorsitzende der katholischen Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanisław Gądecki, stellt sich gegen die homophobe Volksinitiative Stopp LGBT. Wie er in einem Rundschreiben an die Pfarrer seines westpolnischen Erzbistums Poznań schrieb, sei er nicht damit einverstanden, dass auf kirchlichem Terrain für die Initiative geworben werde und Unterschriften für sie gesammelt werden. Die ultrakonservative polnische Stiftung Leben und Familie will mit der Volksinitiative Stopp LGBT ein Verbot von Paraden und Demonstrationen für die Gleichstellung Homosexueller festschreiben. Davon wären etwa LGBT-Prides betroffen, wie es sie in immer mehr polnischen Städten gibt.

Die von der Schwangerschaftsabbruchsgegnerin Kaja Godek geführte Stiftung hatte die polnischen Bischöfe um Unterstützung bei der Sammlung von Unterschriften für die Initiative gebeten. Darauf schrieb der Generalsekretär der polnischen Bischofskonferenz, Weihbischof Artur Miziński, den Diözesanbischöfen, es obliege ihnen, den Gläubigen in kirchlichen Räumlichkeiten ihrer Bistümer die Unterzeichnung dieses Projekts zu gestatten. Zudem bat er sie, "nach ihrer freien Entscheidung, die Möglichkeit einer wohlwollenden Behandlung dieser Angelegenheit zu erwägen". So erlaubte laut Presseberichten im Gegensatz zu Gądecki der Erzbischof von Białystok, Tadeusz Wojda, die Unterschriftensammlung in den Pfarreien seines Erzbistums. In der Stadt im Nordosten Polens waren im vergangenen Jahr Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Pride-Parade angegriffen worden.

Die Situation von Homo-, Bi- und Transsexuellen sorgt in Polen für polarisierte Debatten und bestimmt den politischen Diskurs. Staatspräsident Andrzej Duda machte vor seiner Wiederwahl im Juli Stimmung gegen eine seiner Meinung nach gefährliche "LGBT-Ideologie". Insbesondere im konservativen Südosten des Landes erklären sich zudem immer mehr Städte und Gemeinde zu sogenannten "LGBT-freien Zonen". Zudem wurde Anfang August eine LGBT-Aktivistin festgenommen, was für zahlreiche Proteste sorgte.

Volksinitiative braucht 100.000 Unterschriften

Die Organisatoren der Volksinitiative Stopp LGBT wollen erreichen, dass der öffentliche Raum frei von dem ist, was Angehörige der Initiative als "Homo-Propaganda" bezeichnen. Nun sind mindestens 100.000 Unterschriften notwendig, damit sich das Parlament mit der Initiative befassen muss. Einen Volksentscheid können Bürger in Polen nicht herbeiführen.

Nicht dafür und nicht dagegen

In der katholischen Kirche, die in Polen einen großen Einfluss hat, ist das LGBT-Thema umstritten. So hatten sich in der Vergangenheit verschiedene Bischöfe homophob geäußert und die LGBT-feindliche Politik der rechtskonservativen PiS-Regierung unterstützt. In einem Schreiben der Bischofskonferenz zur LGBT-Frage von Anfang September verurteilten die Geistlichen allerdings jede Gewalt und Aggression gegen Mitglieder der LGBT-Community.

Zugleich sprachen sie sich allerdings gegen jedes Verhalten aus, das der "natürlichen sexuellen Orientierung" widerspreche. Auch sogenannte Konversionsbehandlungen von Homosexuellen befürworteten die Bischöfe. Bei dieser umstrittenen Pseudotherapie sollen die Neigungen homosexueller Menschen "behandelt" werden. In dem Schreiben der Bischofskonferenz heißt es, dass kirchliche Beratungsstellen "Menschen helfen, die ihre sexuelle Gesundheit und natürliche sexuelle Orientierung wiedererlangen wollen".

Letzte Änderung am Sonntag, 15 November 2020 08:31
Go to top
JSN Corsa 2 is designed by JoomlaShine.com | powered by JSN Sun Framework
Cron Job starten