Unser Buchtip: "Die Mitte der Welt"

Was immer ein normales Leben auch sein mag – der 17-jährige Phil hat es nie kennengelernt. Denn so ungewöhnlich wie das alte Haus ist, in dem er lebt, so ungewöhnlich sind auch die Menschen, die dort ein- und ausgehen – seine Mutter Glass, seine Zwillingsschwester Dianne und all die anderen. Und dann ist da noch Nicholas, in den Phil sich unsterblich verliebt.

Mit diesem Buch gelang dem Autor ein wahrhaftig großes Meisterwerk. Nicht eine einzige Seite versprüht eine Spur von Langeweile, sondern lässt den Leser eintauchen in eine wunderbare, aber gleichzeitig so komplex anmutende Suche nach sich selbst. Die Charaktere reißen einen förmlich mit auf deren Reise, so lebendig wirken sie in der Gedankenwelt des Lesers und lassen stets Realität und Traum miteinander verfließen. Man findet sich meist wieder als stiller Beobachter, oder auch als Teilnehmer der Handlung; je nachdem wo man sich gerade sehen möchte, egal ob im versteckten Visible oder an einem der anderen Schauplätze, die es in dieser Geschichte zu genüge gibt. Diese wunderbar metaphorische, aber keinesfalls kompliziert zu verstehende Sprache, lässt einen staunen, staunen über eine derartig ausgeprägte Erzählkunst, ebenso wie über dieses überdurchschnittliche Einfühlungsvermögen, das der Autor an den Tag legt.

Kaum ein anderer Roman geht so leichtfüßig mit den Themen Homosexualität, Alleinerziehung und Identitätssuche um. Dem Autor gelang es diese in solch einer Selbstverständlichkeit zu thematisieren, als gäbe es nichts anderes auf der Welt. Dieses Buch ist keinesfalls nur ein Jugendbuch, es lässt auch junge Erwachsene, wie mich, keinesfalls kalt und begibt sich mit einem selbst auf die Suche nach der eigenen Identität.

Letzte Änderung am Sonntag, 11 November 2018 11:37

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