Weihnachten unter Männeren

Weihnachten unter Männeren

Leo fand es eigentlich ziemlich blöd, dass er sich als Wachhund für das Einfamilienhaus seines Onkels betätigen sollte. Wenn er nicht vom Onkel einen ordentlichen Batzen Geld für das Housesitting bekommen hätte, wäre er viel lieber selbst über Weihnachten und Neujahr verreist. Aber er musste sowieso für seine Prüfung büffeln, und das konnte er in dieser stillen Wohngegend, weitab von allen Bars und Kinos und Kneipen, ganz ungestört tun und verdiente dabei noch. Hier bot bloß der Postzusteller Abwechslung, und der war circa hundert Jahre alt! Die Nachbarn ringsum ergingen sich in Familienleben, allerdings jetzt im Winter nur sehr selten im Garten. 

So konnte Leo die sanatoriumsartige Ruhe zum Lernen für sein Studium nutzen. Dass er dabei etwas zu häufig durchs Fenster zu den wirbelnden Schneeflocken hinaussah und gedankenverloren dem Treiben der Vögel am Futterhäuschen zuschaute, lag einfach daran, dass er seinen letzten Lover, Thomas, in die Wüste geschickt hatte und den möglichen neuen Freund – Dennis – gleich hinterher, weil der davor ein Lover von Thomas gewesen war … schwierig! Und es wurde noch viel schwieriger, denn Leo hatte heute den Wecker nicht gehört, also verschlafen, war durch das penetrante Läuten der Türglocke nackt aus dem Bett hochgeschreckt und suchte jetzt in fliegender Hast nach einem passenden Kleidungsstück, um seine Morgenlatte zu bedecken. (Er hatte von Thomas geträumt – oder von Dennis?)

»Das wird die Großmutter von nebenan sein, die wieder ihren Schlüsselbund vergessen hat und den Schlüssel ausborgen will, der hier deponiert ist«, schimpfte Leo vor sich hin. »Und ich kann sie nicht mit einem mordsmäßigen Ständer empfangen! Ach verdammt, ist eben reine Natur, ich zieh einfach die Trainingshose über und fertig!«

Leo stürzte mit nacktem Oberkörper und barfuß aus dem Schlafzimmer, die Treppe hinab und riss die Eingangstür auf.

»Morgen!«, sagte ein vollkommen in Schwarz gekleideter junger Mann. Er trug einen großen Alu-Koffer in der Hand. »Ich komme zur Emissionsmessung!«

»Emi ... E-ja ...«, stotterte Leo.

»Ich hatte doch einen Zettel mit dem Termin in Ihren Briefkasten geworfen vor drei Wochen!« Der Schwarze musterte Leo amüsiert und fuhr dabei mit der freien Hand durch seinen braunen Lockenschopf.

Rasch kreuzte Leo die Arme vor seiner Schrittgegend, um den frechen Schwanz unter seiner weiten Trainingshose dicht an den flachen Bauch zu drücken.

Himmelgesäßundnähgarn, ein Schornsteinfeger, Anfang Januar, und auch noch ein so schnuckeliger, junger Kerl mit so schokoladenfarbenen, fröhlichen Augen! Wenn das kein Glück bringt, dann weiß ich nicht!, dachte er.

»Ach, ich wusste gar nichts, wissen Sie, ich wohne hier nicht, ich meine, nicht immer, und mein Onkel hat mir nichts gesagt«, sprudelte Leo los. »Und ich hatte noch geschlafen und Ihr Klingeln erst nicht gehört und –« Er verstummte.

Der Kaminkehrer räusperte sich und grinste.

»Also … ich muss in Ihren Keller!«

»Ja, klar, warum nicht, im Keller ist wohl die ganze Zentralheizung untergebracht, oder?« Leo sprang zur Seite, um dem schmucken Emissionsfachmann Platz zu machen. Mit einem neugierigen Blick streifte er die knapp sitzende, schwarze Kluft – die enge Hose, die taillenkurze Jacke mit dem breiten, doppelreihig geknöpften Vorderteil und den schweren Koppelschloss-Gürtel, an dem allerlei Gerätschaften und Täschchen baumelten. Dabei vergaß er das Gegenhalten. Sein vorwitziges Teil schwuppte wieder nach vorn und beulte die Trainingshose verräterisch aus. Der andere verharrte kurz. Ja, Leo merkte genau, dass die braunen Augen sich auf diese Wölbung richteten. Dann gab sich der Schornsteinfeger einen kleinen Ruck und ging an Leo vorbei zur Kellertür, und dabei streifte er mit dem Unterarm wie unabsichtlich die vorgewölbte Stelle der Trainingshose.

Leo stand da, als hätte jemand eine Spannung von mindestens tausend Volt an seine Schwanzspitze angelegt. Die kurze, flüchtige Berührung lief wie Strom durch sein hartes Gerät und verbreitete sich über den Unterbauch im ganzen Körper. Verblüfft sah er dem schwarz Gekleideten hinterher. Emission – heißt das nicht 'Ausstoßung' oder so ähnlich?

Langsam ging Leo dem anderen nach, die Kellertreppe hinunter. Er setzte vorsichtig die nackten Füße auf die schmalen Steinstufen. Jetzt drückte er nichts mehr verschämt an den Bauch, jetzt trug er sein Schwert stolz aufgerichtet voran, und er genierte sich auch nicht wegen des feuchten Flecks, der über der scharfen Schwertspitze im Stoff der Trainingshose sichtbar wurde.

Der Schornsteinfeger stand am Kessel der Zentralheizung und steckte einen Messfühler durch eine kleine Öffnung in das Abluftrohr. Der Alu-Koffer lag offen auf dem Boden. Im schwachen Licht der Kellerlampe sah Leo allerlei geheimnisvolle Messgeräte und Pumpen mit farbigen Flüssigkeiten verstreut. Der Ölbrenner brüllte wie ein Orkan und spie eine lange Feuerlohe in den Brennraum des Kessels hinein.

Leo war im Lärmen der Flamme unbemerkt hinter den Schornsteinfeger getreten.

»Alles okay?«, fragte er und fand im selben Moment, dass seine Stimme viel zu heiser und aufgeregt klang.

Der andere drehte sich um. Die munteren Schokoladenaugen huschten über Leos Gesicht nach unten, verharrten an der feucht gekrönten Schwertwölbung und glitten wieder herauf.

»Jaa –«, sagte er gedehnt. »Alles okay! Ich –« Er ließ den Messfühler los und rieb sich unvermutet kurz mit der Hand vorn über den stark gespannten Stoff der Schornsteinfegerhose. »Also – ich heiße Kostja!«

Leo wollte lachen, weil er das jetzt am allerwenigsten erwartet hatte, einen Namen! Aber er lachte nicht. Er spürte, wie dieser Name ihn noch viel stärker erregte. Kostja! Ein Name wie ein feuchter Traum!

»Leo!«, murmelte er.

Diese schwarze Uniform, diese munteren Augen, diese Locken, dieser leichte Griff an den Schritt … Leo streifte sich einfach die lockere Trainingshose vom Leib. Es gab nichts anderes, das er hätte tun können.

Kostja zog ihn mit beiden Armen an sich. An seinem vollkommen nackten Körper spürte Leo die harten Jackenknöpfe, das kühle Koppelschloss des Gürtels, den warmen, schwarzen Stoff und das feste Teil unter diesem Stoff. Leidenschaftlich presste sich Leo an, genoss jeden Quadratzentimeter des Kaminkehrers auf seiner Haut. Kostjas Hände fuhren über Leos Brust, tasteten sich tiefer, nahmen Leos sehnsüchtigen, feuchten Schwanz, drückten und massierten ihn, rutschten über die beiden straff verpackten Kugeln, hasteten plötzlich nach hinten und kneteten Leos Hintern wie besessen.

»Du!«, flüsterte Kostja ihm heiß ins Ohr. »Du bist … Ach, verdammt, dein Arsch … Du, ich bin verrückt danach!« Er stieß heftig mit dem Becken gegen Leos Unterbauch.

»Dann nimm ihn dir!«, hauchte Leo.

Kostja quetschte Leo mit seinem Körper an die raue Kellerwand.

»Ja! Ich will dich!«, keuchte er, immer weiter rhythmisch stoßend.

Überraschend riss er sich los, kniete sich vor seinen Koffer, suchte hektisch zwischen den Werkzeugen und Kleinteilen, fand eine Tube, nahm sie heraus und gab sie Leo.

»Wir nehmen das hier!«, sagte er beinahe atemlos und schnallte im selben Moment seinen Gürtel auf. Er öffnete den Hosenstall und zerrte ungeduldig seinen Slip nach unten.

Leo öffnete mit zitternden Fingern die Tube. Irgendein Gleitmittel war es, Silikon oder Ähnliches, für verklemmte Rohre, Muffen und Manschetten. Dann sah er zu Kostja. Aus der offenen Hose, neben den Täschchen und Werkzeugen, ragte ein gewaltiger Schornstein in die Luft. Dunkelrosa, fast violett schimmerte der Schaft mit den dicken Adern. Ein unglaublich riesiger Sack lag prall auf dem hellen Stoff der halb heruntergeschobenen Unterhose. Kostja zog seine Vorhaut mit einem Stöhnen zurück. Vorsichtig setzte Leo die Tube an. Glühende Hitze schien von dieser strammen, zuckenden Spitze auszustrahlen. Das Gleitmittel schien zu verkochen.

»Gut! Ja, gut!«, stöhnte Kostja. »Und jetzt – du!« Er griff nach der Tube. Mit einem schmatzenden Geräusch spritzte das Gleitmittel in Kostjas Hand, viel zu viel. Kostja packte Leos Schwanz. Leo fühlte unter Lustschauern, wie Kostja ihn mit dem glitschigen Zeug bestrich, überall, die Eichel, den Schaft, die Spalte. Kostja nahm noch mehrmals, bis die Tube leer war. Er rieb Leo mit beiden Händen massierend die Hinterbacken ein, fuhr leicht mit dem Finger in die Furche und verteilte den Rest des Gels auf dem Rücken und auf der Brust, überall auf Leos Haut. Wie im Rausch presste er sich mit seiner Uniform an den glänzend rutschigen Körper. Kein Vorspiel weiter, plötzlich war er in Leos Innerstem, ohne behutsames Vortasten, ohne Ankündigung. Mit einem Ruck spürte Leo den kolossalen, eisenharten Messfühler. Er nahm ihm die Luft, machte ihn schwach. Krampfhaft hielt er sich an der Kellerwand fest. Von rückwärts hämmerte Kostja besinnungslos, ächzte dabei und keuchte gurgelnd. Nur wenige Minuten, die Leo wie Sekunden vorkamen. Kostja brüllte heiser. Leo konnte das starke Pumpen fühlen. Auf einmal spürte er Kostjas Hand an seinem Ständer. Nur wenige Sekunden, die ihm wie Sekundenbruchteile vorkamen! Stöhnend ließ er sich vollkommen los, lief über, süß und köstlich, und spritzte sein Sperma an die Kellerwand.

Zehn Minuten und mehrere Packungen Papiertaschentücher später standen sie sich gegenüber. Leo trug seine Trainingshose, jetzt artig flach am Bauch, und Kostja hatte seine Schornsteinfegerkluft wieder korrekt geschlossen.

Kostja schrieb den Bericht: »Messung an einer Feuerungsanlage für flüssige Brennstoffe gemäß Paragrafen 14 und 15 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes«, murmelte er und blickte Leo dabei immer wieder blitzend aus seinen Schokoladenaugen an. »Wärmeaustauscher: okay. Wärmeträgertemperatur: sehr heiß. Druckdifferenz: enorm!«

Leo lachte.

»War die Emission auch okay?«

»Ja! Voll okay! Aber … es gibt eine neue Bestimmung! Die Emissionsmessung muss jetzt täglich durchgeführt werden!«

»Täglich!«, echote Leo und sah Kostja zärtlich an. »Okay!«

Ort (Karte)

Munich, Germany
Dance in der Busche Berlin
Mein erster Kuss

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